Solange in uns die Vergangenheit schlummert, sei es in den Gedanken, in den Muskeln oder im Zellgedächtnis, solange leben wir in Mustern und in Wiederholungen. Diese Wiederholungen vertrüben die Sicht auf das Leben und wir nehmen oftmals das Schlimmste an, anstatt einfach allgegenwärtig im Moment zu sein. Selbst unsere Intuition ist dann fehlgeleitet und erzählt uns Geschichten, die manchmal utopisch sein können. Genau dann darf es einen näheren Augenschein geben.
Gerade unsere Kinder übernehmen nämlich diese Last und integrieren sie, ohne zu wissen, warum manche Ängste oder Lebensblockaden da sind.
Ein großes Ereignis im Leben eines jeden ist auch, wenn Eltern sterben. Mit dem Tod eines Elternteils und der damit zusammenhängenden Trauer dürfen sich nämlich oftmals genau jene Verletzungen zeigen. Leider gibt man sich selbst oft wenig Ruhe, wenn man sich im Trauerjahr mit To-dos oder anderen Erledigungen überfrachtet.
Das Trauern ist eine große Leistung, um die eigene Menschlichkeit zu spüren und Mitgefühl zu integrieren – für sich und den Lebensweg, den man mit jemandem teilte, in all seinen Facetten, den schönen und hässlichen. Denn das sind wir Menschen.
Falsche Geschichten werden eben dann weiter aufgebaut, solange wir im Schmerz leben und in einer Illusion, obwohl Gegebenheiten anders waren.
Wann hast du dir das letzte Mal wirklich Ruhe und Zeit für dein Sein genommen? Woran merkst du, dass etwas eher eine alte Geschichte ist als eine Wirklichkeit des echten Seins in deinem Leben?