Je weiter man in sein eigenes Bewusstsein vordringt, desto mehr wird einem klar, wie viele der gelebten und übernommenen Konstrukte Spaltungen hervorrufen oder aufrechterhalten. Eine fundamentale, uralte Spaltung ist die Spaltung zwischen Mann und Frau, zwischen Männlich und Weiblich – unabhängig vom Geschlecht.
Je weiter wir in das Bewusstsein unseres Selbst hineintreten, desto klarer wird uns, dass wir häufig in bestimmten Konstrukten leben und auch daraus Beziehungen führen, obwohl diese uns schon lange nicht mehr glücklich machen oder im Herzen befriedigen. Denn das dürfen Beziehungen: uns im Herzen erfüllen, uns glücklich machen, uns leuchten lassen.
Denn wahrhaftige Liebe bringt uns zum Leuchten. Aber wahrhaftige Liebe leuchtet auch alle dunklen Schatten und Stellen heraus, die unangenehm sind, die schmerzhaft sind, die wehtun, die gesehen sein wollen. Aber daraus entsteht Lebendigkeit, pures Wachstum, pures gelebtes Sein und Entwicklung.
Und gerade diese Konstrukte, besonders bezüglich Mann und Frau, halten uns in dieser Scheingefangenheit fest, die aber eher Stillstand und Unzufriedenheit produziert. Und ja, wenn man mit offenen Augen durch die Welt schaut, sieht man, wie oft Menschen zusammen sind – und sie sind nicht zusammen.
Je mehr wir diese Konstrukte in uns selbst und in unseren Beziehungen erkennen und auflösen, desto deutlicher können ähnliche Muster auch im Kollektiven sichtbar werden. Die Trennung zwischen Männlich und Weiblich zeigt sich nicht nur zwischen einzelnen Menschen, sondern auch in gesellschaftlichen Strukturen: im Verhältnis von Macht und Ohnmacht, von Unterdrückung und Entfaltung. So weitet sich der Blick vom individuellen Erleben auf das, was uns als Gesellschaft bewegt.
Wir leben nicht losgelöst vom Ganzen. Gesellschaftliche Prägungen wirken in unsere Beziehungen hinein, ebenso wie wir selbst das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten.
Gerade in Deutschland gab es eben auch die Spaltung zwischen West und Ost, die ich im energetischen Feld symbolisch als eine Trennung zwischen Männlich und Weiblich wahrnehme. Zugleich nehme ich an vielen Stellen ein sehr hohes Maß an Spiritualisierung wahr.
Auch wenn Deutschland für mich ein hochspirituelles Land ist, so ist Spiritualität doch an sehr vielen Stellen einfach nur eine erweiterte Form von Religion. Deshalb mag ich auch den Begriff Spiritualität überhaupt nicht.
Dort, wo Spiritualität vorgibt, wie wir wahrzunehmen, zu sprechen oder zu leben haben, entstehen erneut Konstrukte, die uns von unserem eigenen Fühlen und unserem authentischen Wesenskern entfernen können.
Denn auch hier sind wieder Vorgaben zu finden: Du hast jenes so oder so zu sagen. Im Kern geht es auch hier wieder um ein Ungleichgewicht, um Unterdrückung, Macht und Ohnmacht. Und das hat nichts mit dem authentischen, wahren Wesenskern zu tun.
Deshalb gilt es hier sehr aufzupassen, was man sich zuführt. Denn dieser Markt ist sehr weit gestreut, und es braucht wirklich auch einen sehr langen Erfahrungsweg und Werdegang, um zu verstehen, wo manchmal die Schnittstellen sind, die eine Arbeit in eine komplett andere Richtung kippen lassen können.
Deshalb ist das eigene Fühlen, die eigene Wahrnehmung so elementar, um auch gerade in der Zeit der künstlichen Intelligenz unterscheiden zu lernen: Was ist wahrhaftig gefühltes Wissen für mich, und was ist einfach nur Konsens, der aber zu nichts führt und mich eher in genau alte Traumata hineinbefördert?
An dieser Stelle tut es immer wieder gut, in andere Länder, Kulturen und Sitten hineinzuschauen und sich wieder hineinzufinden in das, was wirklich stimmig für einen selbst ist, in die eigene Seinskraft.
Um in die eigene Seinskraft hineinzufinden, dürfen ganz viele Verletzungen und Traumata losgelassen werden. Auch die eigene Wahrnehmung darf sich über Erfahrung und Übung weiterentwickeln.
Je mehr wir uns aus Süchten, Zwängen und dogmatischen Mustern lösen, desto mehr Raum kann für das eigene Fühlen und Wahrnehmen entstehen. Dazu gehört auch, religiöse und spirituelle Vorstellungen daraufhin zu hinterfragen, ob sie uns entsprechen oder uns einengen.
Welchen Platz hat mein eigenes Fühlen in dem, was ich denke, entscheide und lebe?
Vielleicht bringt dieser Artikel etwas tief in dir zum Klingen, auch wenn du vielleicht nicht alles nachvollziehen kannst, was ich schreibe. Denn ich schreibe aus einer tief energetisch wahrnehmenden Kraft heraus und nicht allein aus dem, was rational erfahrbar ist, sondern aus etwas, was viel, viel mehr darunterliegt.
In dem Sinne wünsche ich dir alles Liebe, und ich lade dich ein, fühlend meine Texte zu erfahren.